Anlässlich des zweihundertsten Todestages des Schriftstellers Jean Paul fand kürzlich ein Festakt im Landratssaal der Regierung von Oberfranken statt, den der Bayreuther Landtagsabgeordnete Franc Dierl besuchte.
Die heutige Veranstaltung sei der Auftakt des mit dem Geburtstag des Schriftstellers beginnenden Jean-Paul-Jahres und ende mit dessen Todestag am 14. November, erklärte der Regierungspräsident von Oberfranken Florian Luderschmid, der neben seiner Rolle als Schirmherr des Jean-Paul-Jahres den Festakt gemeinsam mit Roman-Ruslan Soltys (Bass) zugleich auch musikalisch mit Liedern aus Robert Schumanns „Dichterliebe“ am Flügel umrahmte. In seiner Ansprache begrüßte der Regierungspräsident die zahlreichen Ehrengäste in dem voll besetzten Landratssaal in der Regierung von Oberfranken, darunter unter anderem den Bayreuther Landtagsabgeordneten Franc Dierl, CSU, sowie die beiden Festredner Prof. Dr. Günter Dippold, Bezirksheimatpfleger von Oberfranken, und Dr. Hans von Trotha.
Wenn Jean Paul in seinem „Freiheits-Büchlein“ von 1805 schreibt „Ich will frei bleiben!“, dann meine er vor allem die Freiheit des Wortes, die für ihn einen enormen Stellenwert hatte, betonte der Bezirksheimatpfleger von Oberfranken und Historiker Prof. Dr. Günter Dippold, der den Schriftsteller als Verfechter des Humanismus und der Zensurfreiheit darstellte, in seiner Festrede.
„Jean Paul wurde damals viel gelesen und stand über Goethe“, leitete der Berliner Historiker Dr. Hans von Trotha seine Festrede ein. Ziel seines Vortrages sei es, eine Art Gebrauchsanweisung für das Lesen der Werke Jean Pauls zu geben und den zeitgenössischen Leser wieder näher an den äußerst vielseitigen Schriftsteller heranzuführen, denn „nicht die Texte sondern die Leser haben sich verändert“, erklärte der Historiker.
Jean Paul, der in seinen Romanen die traditionelle Literatur des Barock mit der neuen Empfindsamkeit und Aufklärung miteinander verknüpfte, sei ein „Meister des Nebeneinanders, nicht Nacheinanders“, erklärte von Trotha. Genau dies sei der springende Punkt, der dem heutigen Leser die Zugänglichkeit der Werke Jean Pauls erschwere, denn man erwarte normalerweise eine sich aufbauende Handlung der Geschichte und lese das Buch „auf dessen Ende hin“. Genau diese Herangehensweise lasse sich jedoch nicht auf Jean Pauls Schriften anwenden, denn dieser kreiere in seinen Geschichten, bei denen vor allem Gärten eine zentrale Rolle spielen, eine Erzählwelt zwischen zwei Welten – Fantasie und Wirklichkeit –, die durch viele einzelne nebeneinander angeordnete Szenen miteinander verknüpft werden und ineinander übergehen, veranschaulichte von Trotha weiterhin. Dass manche dieser Szenenbilder nicht zu Ende geführt werden und als Abschweifung von der Erzählhandlung zu betrachten seien, erzeuge Verwirrung beim Leser und werde in der Fachsprache Digression genannt. Zusammen mit der Methode des aphoristischen Erzählens seien dies die beiden charakteristischen Merkmale der Texte Jean Pauls, erzählte der Historiker.
Mit der abschließenden Vorstellung der neunen allumfassenden Internetseite durch Dr. Karla Fohrbeck wurden den Besucherinnen und Besuchern des Festaktes weitere Zugänge zu Jean Pauls Leben und Werk gegeben.

MdL Fanc Dierl (zweiter von rechts) mit dem Schauspieler Hans-Jürgen Schatz (links), Christine Sommer-Fiederer vom Verein zur Erhaltung von Jean Pauls Einkehr- und Dichterstube in der Rollwenzelei e.V. Bayreuth und dem Bezirksheimatpfleger von Oberfranken Prof. Dr. Günter Dippold.

MdL Franc Dierl (rechts) im Gespräch mit MdL Stefan Frühbeißer, sowie Florian Luderschmid, Regierungspräsident von Oberfranken und Schirmherr des Jean-Paul-Jahres bei seiner Ansprache.
Wenn Jean Paul in seinem „Freiheits-Büchlein“ von 1805 schreibt „Ich will frei bleiben!“, dann meine er vor allem die Freiheit des Wortes, die für ihn einen enormen Stellenwert hatte, betonte der Bezirksheimatpfleger von Oberfranken und Historiker Prof. Dr. Günter Dippold, der den Schriftsteller als Verfechter des Humanismus und der Zensurfreiheit darstellte, in seiner Festrede.
„Jean Paul wurde damals viel gelesen und stand über Goethe“, leitete der Berliner Historiker Dr. Hans von Trotha seine Festrede ein. Ziel seines Vortrages sei es, eine Art Gebrauchsanweisung für das Lesen der Werke Jean Pauls zu geben und den zeitgenössischen Leser wieder näher an den äußerst vielseitigen Schriftsteller heranzuführen, denn „nicht die Texte sondern die Leser haben sich verändert“, erklärte der Historiker.
Jean Paul, der in seinen Romanen die traditionelle Literatur des Barock mit der neuen Empfindsamkeit und Aufklärung miteinander verknüpfte, sei ein „Meister des Nebeneinanders, nicht Nacheinanders“, erklärte von Trotha. Genau dies sei der springende Punkt, der dem heutigen Leser die Zugänglichkeit der Werke Jean Pauls erschwere, denn man erwarte normalerweise eine sich aufbauende Handlung der Geschichte und lese das Buch „auf dessen Ende hin“. Genau diese Herangehensweise lasse sich jedoch nicht auf Jean Pauls Schriften anwenden, denn dieser kreiere in seinen Geschichten, bei denen vor allem Gärten eine zentrale Rolle spielen, eine Erzählwelt zwischen zwei Welten – Fantasie und Wirklichkeit –, die durch viele einzelne nebeneinander angeordnete Szenen miteinander verknüpft werden und ineinander übergehen, veranschaulichte von Trotha weiterhin. Dass manche dieser Szenenbilder nicht zu Ende geführt werden und als Abschweifung von der Erzählhandlung zu betrachten seien, erzeuge Verwirrung beim Leser und werde in der Fachsprache Digression genannt. Zusammen mit der Methode des aphoristischen Erzählens seien dies die beiden charakteristischen Merkmale der Texte Jean Pauls, erzählte der Historiker.
Mit der abschließenden Vorstellung der neunen allumfassenden Internetseite durch Dr. Karla Fohrbeck wurden den Besucherinnen und Besuchern des Festaktes weitere Zugänge zu Jean Pauls Leben und Werk gegeben.

MdL Fanc Dierl (zweiter von rechts) mit dem Schauspieler Hans-Jürgen Schatz (links), Christine Sommer-Fiederer vom Verein zur Erhaltung von Jean Pauls Einkehr- und Dichterstube in der Rollwenzelei e.V. Bayreuth und dem Bezirksheimatpfleger von Oberfranken Prof. Dr. Günter Dippold.


MdL Franc Dierl (rechts) im Gespräch mit MdL Stefan Frühbeißer, sowie Florian Luderschmid, Regierungspräsident von Oberfranken und Schirmherr des Jean-Paul-Jahres bei seiner Ansprache.
Florian Luderschmid und Roman-Ruslan Soltys (Bass) umrahmen die Veranstaltung mit Liedern aus Robert Schumanns Dichterliebe musikalisch.


Bezirksheimatpfleger von Oberfranken Prof. Dr. Günter Dippold während seiner Festrede und MdL Franc Dierl im Gespräch mit Florian Luderschmid.