Bayreuth. Die ILE Frankenpfalz zeigt aus Sicht des CSU-Landtagsabgeordneten Franc Dierl, wie staatliche Förderung effizient, praxisnah und unbürokratisch funktionieren kann. Das Grundprinzip dabei: Der Staat stellt einen verlässlichen finanziellen Rahmen bereit und die Entscheidung über konkrete Projekte liegt bei denen, die ihre Region kennen und Verantwortung übernehmen.
„Die ILE Frankenpfalz ist damit nicht nur eine Erfolgsgeschichte für unsere Region, sondern ein Beispiel dafür, wie wir staatliche Förderung insgesamt denken sollten“, betont Dierl. Kommunen, Vereine und örtliche Initiativen wüssten am besten, welche Projekte vor Ort gebraucht werden. Deshalb müsse staatliche Förderung den Akteuren vor Ort mehr zutrauen, statt sie mit immer komplizierteren Verfahren und Nachweispflichten zu belasten.
Die Bilanz der ILE Frankenpfalz für die Jahre 2020 bis 2025 spricht für sich: 91 Kleinprojekte wurden gefördert, die Bruttoinvestitionskosten summieren sich auf rund 870.000 Euro. Die Projektträger erhielten insgesamt rund 520.000 Euro Fördermittel – davon rund 468.000 Euro vom Amt für Ländliche Entwicklung (ALE) und rund 52.000 Euro als Eigenanteil der ILE-Gemeinden. Besonders bemerkenswert ist die Hebelwirkung: Jeder Euro aus den kommunalen Eigenanteilen hat rund 17 Euro Gesamtinvestition ausgelöst.
„Diese Bilanz zeigt, dass zielgerichtete und unbürokratische Förderung eine enorme Wirkung entfalten kann“, erklärt Dierl. „Entscheidend ist dabei nicht nur die finanzielle Unterstützung, sondern vor allem das Vertrauen in die Menschen und Verantwortlichen vor Ort.“
Für Dierl ist das gelebte Subsidiarität: Der Staat unterstützt, die Menschen in der Region entscheiden, wo Förderung den größten Nutzen entfaltet. Von der Ausschreibung über die Auswahl bis zur Umsetzung liegt die Verantwortung bei den Akteuren vor Ort. Regionalentwicklung wird nicht von oben geplant, sondern unmittelbar vor Ort gestaltet.
Dieses Prinzip sollte nach Überzeugung des CSU-Abgeordneten auch über die ländliche Entwicklung hinaus stärker gelten. Nicht jedes Förderprojekt brauche ein kompliziertes Verfahren. Wo Risiken überschaubar sind und verantwortliche Strukturen bestehen, müsse der Staat den Mut haben, Verfahren zu vereinfachen und Verantwortung abzugeben. „Kontrolle und eine ordnungsgemäße Verwendung öffentlicher Mittel sind selbstverständlich notwendig. Aber Kontrolle darf nicht dazu führen, dass Eigeninitiative durch Bürokratie ausgebremst wird“, so der Abgeordnete.
Die Zahlen aus der Frankenpfalz seien dafür ein überzeugendes Argument. „Wir brauchen mehr Vertrauen in die handelnden Personen vor Ort. Die ILE Frankenpfalz zeigt beispielhaft für alle bayerischen ILE, dass dieses Vertrauen funktioniert“, hebt Dierl hervor. Es brauche einen Kulturwandel in der Förderpolitik: weniger Misstrauen, mehr Verantwortung vor Ort und einen Staat, der einen verlässlichen Rahmen schafft, ohne alles selbst entscheiden zu wollen.
Bayreuth, 08.09.2026
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